2. Etappe – Kemptner Hütte zur Memminger Hütte

Alpenüberquerung Fernwanderweg E5 Oberstdorf Meran, 2. Etappe von Kemptner Hütte zur Memminger Hütte, schöner und abwechslungsreicher Wanderweg führt absteigend über die Obere und Untere Rossgumpenalpe in das sehr schöne Höhenbachtal mit beeindruckender Landschaft, grüne Vegetation mit Bäumen und Wiesen, idyllischer Rossgumpenbach fließt durch wolkenverhangenes Tal
Die 1. Hüttennacht – mit Schnarcherei?

Auf der ersten Hüttenübernachtung unseres Lebens schlafen wir nach der 1. Etappe – Oberstdorf zur Kemptner Hütte doch erstaunlich gut. Nicht selten liest man von schnarchenden Mitwanderern in überfüllten Hütten. Noch einmal Glück gehabt. Und so machen wir uns nach einem wie auf Hütten üblichen, eher dürftigen, aber doch magenfüllenden, Frühstück auf den Weg der 2. Etappe – Kemptner Hütte zur Memminger Hütte.

Aufstieg zum Mädelejoch

Zum Beginn der heutigen Wanderung gibt es einen leichten Anstieg auf das Mädelejoch. Auf Grund dichten Nebels sehen wir folgend nicht mehr sonderlich viel von der Umgebung. Linksseitig hört man einen Bach und einige Wasserfälle plätschern. Nach kurzer Zeit erreicht man das zweite der drei Länder dieser Alpenüberquerung auf dem E5: Österreich. 

Abstieg Richtung Höhenbachtal

Im weiteren Verlauf führt der Wanderweg angenehm abwärts. In Richtung des Höhenbachtals wird der E5 zunehmend steiler und es geht ununterbrochen abwärts. Hier bemerkt man schon etwas, dass ein Pfad bergab nicht unbedingt weniger fordernd ist als bergauf. Nach unzähligen weiteren Höhenmetern erreichen wir die Untere Roßgumpenalpe und machen eine wohlverdiente Pause.

Der Simms-Wasserfall

Durch das Höhenbachtal führt ein relativ ebener, dadurch angenehm zu gehender Wanderweg am Bach entlang. In der Nähe des Simms-Wasserfalls wird der Kieselweg zunächst breiter und verwandelt sich dann auch noch in Beton. Dazu geht es immer steiler abwärts. Noch dazu wird es plötzlich ziemlich voll auf der 2. Etappe – Kemptner Hütte zur Memminger Hütte, da viele Tagestouristen zum Wasserfall aufgebrochen sind. Der beeindruckende Simms-Wasserfall erscheint plötzlich auf der rechten Seite. Unmengen von Wasser sürzen mit einem tosenden Rauschen in die Tiefe des Tals.

Unterwegs zum Ort Holzgau

Im weiteren Verlauf verläuft es sich wieder auf dem Wanderweg und es geht weiter hinab durch das schöne Höhenbachtal mit beidseitig aufragenden steilen Felswänden, die eine Schlucht entstehen lassen. Vom Simms-Wasserfall bis zum Ort Holzgau, dem heutigen Zwischenziel, ist es nicht mehr weit.

Taxi zur Materialseilbahn Memminger Hütte – ja oder nein?

Im Ort Holzgau besteht die Möglichkeit, mit dem Taxi des Unternehmens Feuerstein bis zur Materialseilbahn der Memminger Hütte zu fahren. Anderen ist es untersagt, durch das Madautal zu fahren. Diese Taxifahrt hatten wir fest eingeplant, jedoch erklärt uns der Taxifahrer, dass gerade eins losgefahren ist und das nächste erst um 14:15 Uhr fährt (in 1,5 Stunden). Wir können jedoch auch alleine den vollen Preis von 60 Euro zahlen. Dann würde er gleich los fahren. Der normale Preis beträgt derzeit 15 Euro pro Person (Stand September 2019). Weder das lange Warten noch der Preis von 60 Euro kommen für uns in Frage.

Alternative Bus – einige Kilometer auf Rädern

Richtigerweise stelle ich fest: „Hier muss doch auch ein Bus fahren“. So trotten wir zur Bushaltestelle und tatsächlich kommt in wenigen Minuten ein Linienbus, der uns für 1,30 Euro pro Person von der Haltestelle „Holzgau Arzt“ bis zum Ort „Bach Winkl“ bringt. Der Bus fährt in etwa stündlich. Durch die Busfahrt haben wir immerhin 4,4 Kilometer der 2. Etappe – Kemptner Hütte zur Memminger Hütte entlang der vielbefahrenen Hauptstraße eingespart.

Von Bach Winkl durch das weite Madautal

Wir gehen zunächst beschwingt durch die tolle Idee mit dem Bus zu fahren durch den Ort Bach Winkl mäßig bergauf und dann ein kurzes Stück sehr steil in Kehren aufwärts durch ein kleines Waldstück. Und schon haben wir die Straße durch das Madautal erreicht. Fälschlicherweise wird diese im Internet des Öfteren als Teerstraße und wenig sehenswert beschrieben. Es handelt sich tatsächlich um eine Kieselstraße und sehenswert ist das Madautal in jedem Fall. Es gibt tolle Ausblicke auf den Fluss, mehrere schöne Wasserfälle, die Wälder des Tals und die umliegende Berglandschaft.

Die Füße werden schwer

Jedoch muss man zugeben: der Weg durch das Madautal zieht sich in die Länge und meine Füße machen sich langsam bemerkbar. Kein Wunder, denn von der Haltestelle Bach Winkl bis zur Materialseilbahn sind es zusätzliche 10,6 Kilometer, 575 Höhenmeter aufwärts, 257 Höhenmeter abwärts und wir benötigen 2,5 Stunden dafür. Diese Werte haben wir bei der Zusammenfassung der 2. Etappe – Kemptner Hütte zur Memminger Hütte in der Tabelle unten berücksichtigt. Solltet ihr also das Taxi nehmen, müsst ihr diese Strecke noch abziehen.

Der am wenigsten begangene Abschnitt des E5

Natürlich ist auch das Taxi dann schneller als wir, aber „nur“ eine Stunde. Naja, dafür haben wir uns nicht 1,5 Stunden an der Taxihaltestelle gelangweilt und auch keine 60 Euro bezahlt. Noch dazu haben wir den eigentlichen E5 Fernwanderweg auf einem Teil dieser Strecke entdeckt. An einem Punkt muss man nämlich nicht weiter der Kieselstraße folgen, sondern aufwärts gerade aus gehen in einem schönen Waldstück mit schmalem, abwechslungsreichen Wanderpfad. Dort ist der E5 auf dem großen Stein (Foto) markiert, aber nicht vorher ausgeschildert. Es sieht auch aus, als würden hier nur wenige lang gehen.

Die herbeigesehnte Materialseilbahn

Wir sind sehr froh, als wir die Materialseilbahn erreichen und noch froher als wir feststellen: es ist 15:45 Uhr und um 16 Uhr fährt die Materialseilbahn der Memminger Hütte das letzte Mal. Schnell noch Proviant und alles nötige zusammengesucht ist es unendlich erleichternd, den Rucksack in der Kiste zu deponieren und zu sehen wie dieser hochgezogen wird. Dafür haben wir gerne 5 Euro pro Rucksack investiert. Und wir haben ja auch das Taxigeld gespart. Der Personentransport in der Kiste ist leider verboten. 

Aufstieg zur Memminger Hütte

Nach der Füllung unseres Magens machen wir uns um 16 Uhr an den Aufstieg zur Memminger Hütte. Auch ohne Rucksack auf den Schultern und Hüften ist es anstrengend. Was natürlich an der bereits zurückgelegten Anzahl an Kilometern auf der 2. Etappe – Kemptner Hütte zur Memminger Hütte liegen kann. Zunächst geht es in steilen Kehren durch den Wald auf einem schönen, schmalen Wanderpfad. Dann öffnet sich der Blick auf eine große und weite Ebene mit saftig grüner Wiese. Im weiteren Wegverlauf erreicht man den schon aus der Ferne sichtbaren idyllischen Wasserfall umgeben von beeindruckenden Bergen.

Einsetzender Nebel und keine Hütte in Sicht

Nach der Querung des Wasserfalls über eine Brücke ist es immer noch recht weit bis zum Erreichen der Memminger Hütte. Es geht teils steil bergauf und es sind große Steine zu überwinden. Durch den einsetzenden Nebel hat man den Eindruck es wird jeden Moment stockdunkel. Nach jeder Biegung erwartet man die Hütte, aber sie ist nicht in Sicht. Dann plötzlich erscheint diese linker Hand im Nebel als wir schon fast davor stehen. Es ist 18:15 Uhr als wir endlich da sind. Für den Aufstieg auf die Memminger Hütte hätten wir gerne mehr Zeit gehabt um die tollen Aussichten zu genießen. Ein sehr anstrengender Tag geht zu Ende.

Die Taxifahrt wäre wohl nicht die schlechteste Idee gewesen. Wir empfehlen sich vorher über die genauen Abfahrtszeiten zu informieren, um nicht genau eines zu verpassen. Wobei wir auch dachten, dass diese ständig hin- und herfahren auf dem viel begangenen E5. Früh liegen wir im überfüllten Lager der Memminger Hütte und schlafen dennoch wie die Murmeltiere. Denn morgen früh geht es weiter zur 3. Etappe – Memminger Hütte zur Skihütte Zams.

Länge in
km
Dauer in
Std.
HöhenmeterSchwierigkeitBewertung
(1-5, 1 Schlecht , 5 Perfekt)
22,291.377 (hoch);
955 (runter)
mittelschwer4

Wandererwertung:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00)

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