Gaskocher oder Benzinkocher auf Wanderungen – Kochen unterwegs


Ich möchte hier kurz mal über meine Erfahrungen zum Kochen unterwegs berichten, sollte man entweder Gaskocher oder Benzinkocher auf Wanderungen mitschleppen? Beide haben ihre Vor- und Nachteile.

Gaskocher

Letztens waren wir in Norwegen und hatten einen ollen alten Camper über Paul Camper ausgeliehen, mit inbegriffen war ein easypeasy Gaskocher mit 3 Kartuschen Gas. Der unbedarfte Besitzer war der Meinung man kann damit loooocker über 3 Wochen kochen. Nach 3 Tagen machte ich mir bereits Gedanken, wo wir die nächste Kartusche für köstliche Nudeln zum Abendmahl bekommen, auf welche ich, egal wo, immer sehr viel wert lege.

Nun in Norwegen eine solche zu finden, stellte sich als fast unlösbare Aufgabe heraus. Ich weiß nicht mehr wieviele Outdoor- oder Biltemaläden (Geschäft für allerhand Zeug rund ums Auto und für Freizeit) wir einen Besuch abgestattet haben. Zum Glück konnten viele Norweger, selbst die älteren, im Gegensatz zu Japanern oder Italienern, englisch. Allerdings nützte die englische Erklärung den meisten Mitarbeitern dort nicht viel. Entweder gab es so einen Kocher dort nicht oder die Erklärung von uns war zu schlecht. Man kann dann einfach selber den entsprechenden Kocher suchen und nach Refillbottles fragen. Irgendwann hat uns dann  mal eine sehr wissende Angestellte mitgeteilt, dass die Nachfüllerkartuschen für diese Art Kocher bei allen Zweigstellen alle sind. Und auch im Hauptlager waren diese nicht mehr vorrätig. Tja, das dazu. Gaskocher oder Benzinkocher auf Wanderungen? Diese Erfahrung spricht eindeutig für den Benzinkocher.

Alleine schon Läden rauszufinden, die solche Sachen verkaufen war schwierig. Noch dazu gibt es in Norwegen nicht soviele große Städte. Allerdings solange die 3 Kartuschen reichten war das Kochen mit dem Gaskocher einfacher, sauberer und schneller als mit dem Benziner (u.a. Treibstoffe).

Benzinkocher

Wenn man den Benzinkocher nicht gerade mit dem Reinigungs- bzw. Waschbenzin von MSR (oder so) befüllt, stinkt er und wird dreckig. Ich hatte immer schwarze Hände. Noch dazu dauert es immer bis man das Ding zum Laufen bekommen hat, nicht lange, aber länger als beim Gaskocher.

ABEEER: Tankstellen gibts überall, öfter als Lebensmittelläden und vor allem öfter als ein Biltema. Noch dazu ist Benzin billiger als Gaskartuschen. Leider hatten wir für Norwegen einen Diesel ausgeliehen. Also erstmal irgendeinen Brennstoff aus einem Baumarkt ausprobieren. Zuerst das lilafarbene, auf deutsch übersetzt, Waschbenzin ausprobiert – kein Erfolg da kein Verdampfen im Brenner. Dann das durchsichtige – wieder kein Erfolg.  Allerdings wurde bei diesem kurzzeitig eine blaue Flamme erzeugt. Man musste aber in Kauf nehmen, dass durch das nicht komplette Verdampfen des Treibstoffs eine große Diffusionsflamme entsteht. Diese verfärbt den Topf am Boden schön schwarz.

Eigentlich soll der Brenner mit allen möglichen Treibstoffen funktionieren. Naja, also halt Diesel (man darf ja nicht so wenig Benzin tanken, und wir wollten keinen Behälter kaufen). Und siehe da es funktioniert, zwar wird der Kocher noch dreckiger als vorher und stinkt noch schlimmer, aber die Nudeln gelingen exquisit. Jedoch verstopft die Düse sehr schnell und man muss sie oft reinigen. Sonst ist kein Entflammen möglich. Das kann allerdings auch daran liegen das der Kocher vorher schon eine Weile mit Benzin benutzt wurde. Da ich auf ständiges Reinigen des Kochers keine Lust hatte und wir durch Zufall einen richtigen Outdoorladen entdecken, kaufe ich dort original MSR Kocherbenzin.

Wichtig: Transport im Flugzeug

Eine Sache ist noch ganz wichtig wenn man mit dem Benzinkocher und der dazugehörigen Flasche fliegen möchte: Die Flasche wird einem höchstwahrscheinlich weggenommen. Uns ist das zweimal passiert, einmal ohne das uns etwas gesagt wurde, nur der Rucksack kam einen Flug später an, ohne die Flasche. Und beim anderen Mal wurde Janin im Stile einer Kriminellen mit Sprengstoff vom Flughafenpersonal in Tasmanien abgeführt. Zunächst wurde sie gefragt, ob sie den Rucksack selbst gepackt hat, wie in einem schlechten Film, wo jemand einen als Drogenschmuggler missbraucht. Es stellte sich dann heraus, dass es um die Benzinflasche geht. Trotz der Erklärung und Tatsache, dass diese leer war, musste die Flasche ohne uns in Tasmanien bleiben, da „sie nach Benzin riecht“.

Angemerkt sei, dass diese nicht gerade kostengünstig zu erwerben sind. Das heißt ausspülen mit ordentlich Fit und Seife und gegebenfalls ins Handgepäck, dann kann man das gleich erklären und die Flasche kann nicht einfach aus dem Rucksack entfernt werden. Bis jetzt ergab sich für uns noch keine Gelegenheit um dieses Vorgehen zu testen. Ihr seht, so einfach ist die Frage ob Gaskocher oder Benzinkocher auf Wanderungen und Reisen eher zu empfehlen sind, nicht zu beantworten.

Dazu sei angemerkt, dass man mit den Gaskartuschen natürlich auch nicht durch eine Flughafenkontrolle kommt und diese dann immer vor Ort kaufen muss. Wobei die größere Herausforderung natürlich darin besteht, erstmal welche zu finden.

Gaskocher oder Benzinkocher auf Wanderungen, MSR Benzinkocher brennt mit Waschbenzin

Der Benzinkocher brennt mit Waschbenzin

Gaskocher oder Benzinkocher auf Wanderungen? Fazit:

Wenn man genug Vorrat oder Nachschub an Gaskartuschen hat, ist dieser einfach und sauber handhabbar. Allerdings schmeißt man jedesmal eine Aludose weg, was nicht sehr nachhaltig ist. Für Mehrtageswanderungen oder generell längere Reisen ist er auch eher unpassend aufgrund des Platzbedarfs der Dosen. Außerdem stehen die unter Druck. Nicht so schön.

Mit normalen Benzin oder vernünftigem! Waschbenzin (zur Not auch Diesel) betrieben ist der kleine Benzinbrenner wirklich genial. Und Tankstellen gibt es in der Regel zu genüge. Er hat uns schon auf vielen Wanderungen morgens leckeren heißen Kaffee und abends warme Nudeln ermöglicht.

Um es zusammenzufassen: Gaskocher oder Benzinkocher auf Wanderungen? Wir tendieren zum kleinen, platzsparenden Benzinkocher von MSR.

Gaskocher oder Benzinkocher auf Wanderungen

 

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