Wanderung auf den höchsten Berg Norwegens – der Galdhøpiggen

Wanderung auf den höchsten Berg Norwegens - der Galdhøpiggen ab Spiterstulen im Jotunheimen Nationalpark, auch höchster Berg Skandinaviens und Nordeuropas mit 2469 Höhenmetern, Wanderer genießen beeindruckende Aussicht auf die Bergwelt am Gipfel des Galdhøpiggen bei schönstem Sonnenschein

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Wanderweg-Bewertung

Bergauf, weiter bergauf, und danach dann noch etwas bergauf. 1.400 Höhenmeter bergauf. Schon ist man auf dem Gipfel. Wer nicht abgeschreckt ist, kann gerne weiterlesen und sich mental auf die Wanderung auf den höchsten Berg Norwegens vorbereiten. In relativ wenigen Kilometern werden die Höhenmeter überwunden. Zunächst etwas gemächlicher, wobei immer noch anstrengend, später sehr steil, führt der Weg zum Ziel. Nur wenig Zeit vergeht bis man die Baumgrenze erreicht. Diese ist auf Grund der bereits relativ hohen Start-Höhe früh sichtbar. Nur wenig später lässt man dann auch schon die Vegetationsgrenze hinter sich.



1.400 Höhenmeter – viel oder nicht viel?

Dann geht es steil über große und ausgedehnte Geröllfelder weiter. Jedoch fast nie gefährlich. Der Abstieg vom ersten Schwesterngipfel des Galdhøpiggen ist die Ausnahme. Allerdings laufen hier auch viele rechterhand über das Schneefeld. Gemessen an der Tatsache, dass wir bis zum Gipfel 1.400 Höhenmeter überwinden, kommt es uns nicht so schwer vor wie man eventuell vermuten könnte. Wir sind jedoch nach dem letzten Monat in Norwegen einige Wanderungen und Höhenmeter gewöhnt. Man sollte sich also immer bewusst sein, dass 1.400 Höhenmeter eventuell weitaus mehr sind als man denkt. Dies gilt natürlich nicht für erfahrene Bergsteiger.

Höher geht es nicht im gesamten Nordeuropa

Der Gipfel zeigt sich während der Wanderung auf den höchsten Berg Norwegens dann doch überraschend früh. Wir hatten befürchtet, nach einem überwundenen Gipfel immer wieder einen neuen zu sehen zu bekommen. So war es jedenfalls in einem anderen Erfahrungsbericht beschrieben. Sobald man eine kleine Hütte auf einem Berggipfel sieht, weiß man wo man hin muss. Diese ist nämlich in Sichtweite die einzige Schutzhütte. Die letzten 200 Höhenmeter, also ca. die letzten 45 Minuten, haben es dann in sich. Die Füße machen sich nun doch zunehmend bemerkbar. Dadurch das das Ziel bereits in Sichtweite ist, schafft man das „kleine“ Stück nun natürlich auch noch.

Der Gipfel – überwältigt und glücklich stehen wir da

Oben angekommen ist jegliche Anstrengung fast verflogen. Kurze Zeit stehen wir alleine auf dem hohen Gipfelpunkt und genießen die grandiose Aussicht. Wie bei fast jeder anderen (Berg-)wanderung gilt hier besonders: es war alle Mühen wert. Zumindest wenn wie heute die Sonne vom Himmel strahlt und die Rundumsicht umwerfender nicht sein könnte. Die Glückhormone sprudeln noch ziemlich lange. Und wir sind ziemlich stolz hier oben zu stehen. So was macht man nicht alle Tage. Wir machen insgesamt eine Stunde Pause. Gefühlt sind es nur 10 Minuten.

Die Suche nach den Annehmlichkeiten des Tal-Lebens

Vier Stunden haben wir für den Aufstieg auf 2.469 Höhenmeter gebraucht. Bei gleichen Tempo hat es auch eine vierköpfige Familie mit ca. 10 Jahre alten Kindern nach oben geschafft. Man kann es natürlich auch in kürzerer Zeit schaffen. Da wir früh aufgebrochen sind, mussten wir keine Hetzjagd veranstalten. Oben bei der kleinen Hütte kann man sich Kleinigkeiten (Saft, Cola und kleine Snacks) kaufen. Ein anderer Wanderer fragte nach nicht vorhandenen richtigen Mahlzeiten. Reichlich Proviant muss also in den Wanderrucksack. Hier oben gibt es auch keine Toilette. Während einer Ganztageswanderung kann man da schon in Schwierigkeiten kommen. Zumal der Weg meist weit einsehbar ist.

Eine Wanderung die unvergessen bleibt

Beim Abstieg wird man dann nochmal mit großartiger Aussicht von der Natur umworben und vergisst schnell die schweren Beine und Füße. Man sollte sich auf die melancholische Stimmung einstellen, die einen erfasst, nach dem man den höchsten Berg Skandinaviens erklommen hat. Eine großartige Wanderung, die sicherlich im Hochsommer sehr voll sein kann. Wir waren Anfang September da und es war nicht zu voll. Die Tour ist äußerst lohnenswert und erfüllt einen schon mit Stolz. Die Wanderung auf den höchsten Berg Norwegens – dem Galdhøpiggen – zählt auf jeden Fall zu den Top 3 Highlights unserer Norwegen-Wanderreise. Selbstverstänlich solltet ihr vor so einer Bergtour die Wettervorhersage prüfen (App YR). Wer nicht allzu hoch hinaus möchte und auf eine grandiose Aussicht aber nicht verzichten mag, sollte hier weiterlesen: Wanderung auf den Molden.

Länge in KilometerDauer in StundenHöhenmeterSchwierigkeitBewertung 1 - 5(sehr gut)
12,47,51.400schwer4,5

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Wandererde
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